Sprachen vom Aussterben bedroht




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Sprachen vom Aussterben bedroht

Beitragvon Dreamer » Mo 23. Feb 2009, 08:00

Regionalsprachen und Dialekte - davon will in Zeiten der Globalisierung und multimedialen Vernetzung wohl niemand mehr etwas wissen:
http://magazine.web.de/de/themen/wissen ... age=0.html

In einigen Ländern wurden regionale Sprachen jedoch auch systematisch unterdrückt und erst seit einiger Zeit wieder gefördert, so z.B. das Katalanische in Spanien.
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Re: Sprachen vom Aussterben bedroht

Beitragvon Claudine » Mo 23. Feb 2009, 08:44

Solange das Bayerische nicht ausstirbt, und das kann ich mir nun gar nicht vorstellen. ;-)

Die Frage ist natürlich, zu was braucht man so viele Sprachen? Ist doch besser, wenn ein paar verschwinden aber da sie sprachwissenschaftlich interessant sind, kann man sie ja konservieren und studieren, sprechen muss man sie doch nicht, versteht ja eh keiner. Und wenn eine Kultur nicht getragen wird, warum soll man sie künstlich am Leben erhalten?
Auch in Bayern schuhplattelt man nicht mehr überall, das sind Heimatvereine, die das weitergeben, aber es gehört ganz sicher nicht zur Kultur des heutigen Bayern, wenn es verschwindet, wen störts, wenn es jedoch einfach nur Spaß macht und den Leuten gefällt, wird es schon nicht vom Kulturteller verschwinden.
Kultur um der Kultur willen zu erhalten finde ich überflüssig.
Da halte ich es lieber mit Darwin, was sich bewährt, bleibt, der Rest stirbt aus.

Problematisch wird es natürlich, wenn Sprachen und Kulturen auf Befehl hin verschwinden sollen. Das ist ein unberechtigter Eingriff.
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Re: Sprachen vom Aussterben bedroht

Beitragvon Dreamer » Mo 23. Feb 2009, 10:10

Claudine hat geschrieben:Die Frage ist natürlich, zu was braucht man so viele Sprachen?


Die Frage stellt sich in der Tat. Vor allem das Bayrische ist überflüssig, Schwäbisch ist viel schöner :happy:

Ich denke, regionale "Zweit"-Sprachen, also solche, die sich neben einer überregionalen Standardsprache behaupten müssen, werden mittelfristig verschwinden. Das ist aber irgendwie auch politischer Wille, oder?

Echte Regionalsprachen in Ländern ohne einheitliche Amtssprache werden dagegen weitgehend überleben. Oftmals sorgt nämlich in diesen Fällen eine fremde Verkehrsprache wie Englisch in Indien oder Französisch in Nordafrika für die überregionale Verständigung.

Richtig ist auch, dass es eine enge Verbindung zwischen Sprache und einer (gelebten) Kultur gibt. Von daher kann man das Phänomen Sprachensterben nicht isoliert betrachten.

Aber auch die Dialekte sind auf dem Rückzug.
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Re: Sprachen vom Aussterben bedroht

Beitragvon Claudine » Mo 23. Feb 2009, 10:42

Dreamer hat geschrieben:Die Frage stellt sich in der Tat. Vor allem das Bayrische ist überflüssig, Schwäbisch ist viel schöner :happy:

Nachdem ich weiß, welche Weizen du bevorzugst, weiß ich, unter welchem Blickwinkel ich diese Aussage zu betrachten habe :zunge: :rofl:

Also bei uns ist bayerische Kultur und Sprachgut im Lehrplan verankert. Es darf und soll in bayerisch unterrichtet werden, was auch logisch ist, denn hier redet keiner anders und hochdeutsch kann kaum jemand wirklich sprechen. Also bei uns bleibt das Bayerische schon staatlich verordnet erhalten.

Wieso soll ich mir auch einen preußischen Dialekt aneignen? Es genügt, wenn ich ihn schreiben muss, was zugegeben einfacher geht als das Bayerische, zumal wir noch unterschiedliche Dialekte innerhalb des Bayerischen haben.
Somit ist das Hochdeutsche zwar eine Fremdsprache, aber eine, die man sich gut passiv aneignen kann und mit der ich mich in Bayern zumindest überall verständigen kann, umgekehrt allerdings wird es gerade im Wald hinten schwierig, weil verstanden wirst du mit Hochdeutsch schon, nur sprechen kann es dort so gut wie keiner also das VERSTEHEN ist schon schwierig.
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Re: Sprachen vom Aussterben bedroht

Beitragvon Manesse » Fr 24. Sep 2010, 19:46

Ich fürchte, das Elsässische ist auch am Aussterben.
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Re: Sprachen vom Aussterben bedroht

Beitragvon Manesse » Sa 25. Sep 2010, 10:45

Selber spreche ich südbadisches Alemannisch. :ja:

Noch wer hier vielleicht? :ciao:
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Re: Sprachen vom Aussterben bedroht

Beitragvon Vourdalak » Sa 25. Sep 2010, 18:19

:ciao: Hallo Manesse,
ich höre tagtäglich "deine" Sprache, da ich in Südbaden wohne -aber bin nur zugezogen und verstehe kein Wort :weinen:
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Re: Sprachen vom Aussterben bedroht

Beitragvon Manesse » Sa 25. Sep 2010, 18:48

Vielleicht kann ich dir was übersetzen? :ciao:
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Re: Sprachen vom Aussterben bedroht

Beitragvon Dreamer » So 26. Sep 2010, 00:33

Das Schweizerische ist ja auch eine Variante des Alemannischen. Wenn die unter sich reden, verstehe ich davon auch kaum etwas. Das ist schon jedesmal ungewohnt, da die mit "uns" ja fast hochdeutsch reden. Man denkt dann immer, der Akzent ist schon das Schweizerdeutsch. Aber es geht noch ganz anders. Diverse Abstufungen gibt es auch im Radio. Die Nachrichten auf Hochdeutsch, das normale Programm irgendwo zwischen Schweizer Hochdeutsch und dem Dialekt und die Anrufer dann volles Pfund :happy:

Allerdings betonen sie konsequent auf der ersten Silbe, so wie es sich eigentlich ja auch im Deutschen gehört.
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